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04.07.2019

Neues Baugebiet für Forst                                                      Schonungen, den 23.06.2019

 

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

ich bin sehr dankbar und froh, dass mich in den letzten Tagen eine ganze Reihe von Anliegern und Anwohnern des Ortsteils Forst auf ein anonym verfasstes und verteiltes Flugblatt zum neu geplanten Baugebiet aufmerksam gemacht haben. Die Verfasser rufen dazu auf, dass möglichst viele Forster Bürger „Bedenken“ gegen das neue Bauland bei der Gemeinde schriftlich einreichen sollen.

Wie dieses Flugblatt hat mich vor Monaten auch schon eine Unterschriftenliste leider durch Zufall und durch Umwege erreicht. Irrtümlich wird das geplante Baugebiet mit negativen Argumente bzw. befürchteter Szenarien in Verbindung gebracht, die aus rein fachlicher und rechtlicher Sicht nicht geteilt werden können.

Vorneweg: Es gibt kein Recht auf „keine Nachbarn“ oder ein Recht auf einen „schönen, unverbauten Ausblick“. Es lässt sich ebenfalls auch nicht vermeiden, dass ein neues Baugebiet immer an eine vorhandene Straße bzw. Infrastruktur und angrenzende Wohnbebauung angegliedert werden muss.

Einfach nur „dagegen sein“ ohne vorhandene Zwänge anzuerkennen, ohne konkret selbst machbare und substanziell gehaltvolle Vorschläge und Lösungen aufzuzeigen, ist weder seriös noch nachvollziehbar.

Dass nun anonyme Wurfsendungen mit Halbwahrheiten und Unterstellungen verbreitet werden, kann von Gemeindeseiten nicht unkommentiert bleiben. Ich stehe für einen direkten, fairen, offenen und sachlichen Umgang. 

Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen der Rathausverwaltung investieren wir unheimlich viel Zeit in Bürgerbeteiligung und –information, was wir bei allen unseren Projekten immer wieder aufs Neue unter Beweis stellen.

So gab es im Beisein von mir im Rathaus und vor Ort hierzu kleinere und größere Gesprächsrunden. Auf jegliche Anfragen habe ich umfassend und unmittelbar mit persönlichen, telefonischen oder schriftlichen Kontakt reagiert. Auf Wunsch haben wir kurzfristig in Gemeinderatsprotokolle und Aktennotizen Einsicht gewährt. Überhaupt habe ich allen Anliegern meine jederzeitige Gesprächsbereitschaft signalisiert und gerne meine Kontaktdaten überlassen. Das Recht auf Erstinformation, Mitwirkung und Entscheidung der Gemeinderäte, bleibt davon unberührt.

Es ist ausdrücklich erwünscht, dass sich Anlieger intensiv mit der beabsichtigten Baugebietserweiterung oberhalb des Sonnenwegs in Forst auseinandersetzen und Vorschläge bzw. Anregungen unterbreiten.

Seit Jahren beschäftigen wir uns mit den Entwicklungsmöglichkeiten in unserer Großgemeinde im Rahmen des Flächennutzungsplans. Ich darf Ihnen an dieser Stelle versichern, dass wir Alternativstandorte eingehend beraten bzw. geprüft haben und selbstverständlich Entscheidungen von langer Hand vorbereitet wurden.

Tatsächlich sind die Möglichkeiten der Bauland- und Gewerbeerweiterung gerade in denjenigen Ortsteilen im Bereich der beiden wichtigen Verkehrsachsen (ehem. B26/B303) sehr beschränkt. Nicht zuletzt die Topographie, die Eigentumsverhältnisse, die Preisvorstellungen verschiedener Eigentümer sowie vor allem eine wirtschaftliche und verhältnismäßige Erschließung von Straße, Kanal und Wasser lassen uns kaum Spielräume.

Trotz aller Bemühungen und Anstrengungen der Gemeinde ist ein weiteres Zusammenwachsen zwischen Forst und Schonungen aktuell nicht möglich. Eine weitere Baulandausweisung in diesem Bereich würde dem Ziel des übergeordneten Regionalplans Main-Rhön und damit dem dort verankerten „Trenngrün“ (B I 3.1.2 i.V. mit Karte „Siedlung und Versorgung RP 3) entgegenstehen. Die Aufstellung einer gemeindlichen Bauleitplanung  an dieser Stelle ist durch die Regionalplanung und Städtebauförderung der Regierung von Unterfranken nicht genehmigungsfähig. Bisher gibt es auch keine anderslautenden Absichten  bzw. Änderungswillen bei den Verbandsräten des Regionalen Planungsverbandes.

Seit Jahren haben wir uns mit Weiterentwicklungsmöglichkeiten in Forst auseinandergesetzt und bisher auch engen Kontakt zu allen Versorgern, Behörden und Eigentümer potentieller Baulandflächen gehalten, daher habe ich einen sehr guten Überblick über die Gesamtgemengelage, aber auch über Chancen der Umsetzung möglicher Alternativstandorte, sowie deren Vor- und Nachteile gewonnen.

Es versteht sich denke ich von selbst, dass wir den Verlauf von Grunderwerbsverhandlungen mit Privatanliegern grundsätzlich nicht veröffentlichen und damit Persönlichkeitsrechte bzw. dem Datenschutz gerecht werden. Um alle Bürger gleichzeitig und unmittelbar zu informieren, wurde kurz nach Beurkundung der potenziellen Baulandflächen beim Notar eine Pressemeldung veröffentlicht. Wir wollen an dieser Stelle erinnern, dass in früheren Bürgerversammlungen in Forst immer wieder vehement gefordert wurde, dass neues Bauland für heimische und zuzugswillige Familien geschaffen werden soll. Die aktuell unzähligen positiven Stimmen aus Ihrem Ort zu unserem geplanten Vorhaben, aber auch das Begehren von Bürgern aus anderen Ortsteilen, es Forst gleich zu tun, untermauert diese positive Entscheidung des Gemeinderats.

Bereits kurz nach Bekanntwerden der neuen Baugebietsplanungen hat es eine Welle von Interessensbekundungen gegeben, was für die perfekte Lage und gute Anbindung des künftigen Baugebiets spricht. Selbst unter den vermeintlichen Baulandkritikern befinden sich Interessenten, die sich gerne um ein solches Grundstück für Familienangehörige bewerben wollen.

Es ist unser erklärtes Ziel, jungen Familien mit Kindern, die sich teilweise auch in Forster Vereinen engagieren, ein Zuhause zu geben. Wir wollen, dass der Forster Kindergarten, dass Kirche, Vereine und Gastronomie vor Ort gestärkt werden. Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist mittlerweile zu einer wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe geworden. Unsere Hoffnung ist auch, dass unmittelbare Anlieger und Anwohner durch die Schaffung weiterer Bauplätze vom Ausbau des Glasfasernetzes, einer verbesserten Busanbindung oder die Optimierung beispielsweise der Wasserversorgung profitieren. Weil kaum bzw. keine Leerstände in Forst zu verzeichnen sind und auch in den letzten Jahren verbliebene Baulücken Zug um Zug erfolgreich geschlossen wurden, hat sich der Gemeinderat dafür entschieden, auch noch die ungenutzte Friedhofserweiterungsfläche in Bauland umzuwandeln um damit letzte Potenziale auszuschöpfen.

In einem ersten Entwurf sieht der Bebauungsplan eine Parzellierung von insgesamt 23 Grundstücken in verschiedenen Größen von 500qm bis 900qm vor. Neben dem klassischen Einfamilienhausbau soll dort auch Platz und Raum für Wohnungsbau vorgehalten werden, damit auch weiterer Mietwohnraum entstehen kann. Eine Straßenanbindung erfolgt sowohl über den Stöckleinsweg, wie auch der Kreuzbergstraße und Thümmleinsweg. Alle neu geplanten Straßen sind ausreichend groß dimensioniert, verfügen über Grünstreifen und obendrein öffentlichen Parkraum. Darüber hinaus ist weiterhin eine attraktive Spiel- und Grünfläche geplant. Über das Prozedere der Vergabe der Grundstücke wird der Gemeinderat in den nächsten Monaten noch eine Entscheidung treffen – erst dann wird es die Möglichkeit der Bewerbung geben.

Vorab wurde die wirtschaftliche Machbarkeit der technischen Erschließung, vor allem mit Kanal und Wasser erfolgreich abgeprüft. Laut Entwässerungssatzung muss sich jeder Eigentümer der Gemeinde schon heute vor jeglichen Rückstauungen im Kanalnetz beispielsweise bei außergewöhnlichen Starkregenereignissen eigenverantwortlich schützen.

Neuerschließungen, Weiterentwicklungen und teils markantere Bauvorhaben wie diese, haben wir aktuell an vielen Stellen unserer Großgemeinde in direkter Nachbarschaft zu Wohnbebauung. Es sind gerade die Immobilieneigentümer, die von einer prosperierenden und expandierenden Gemeinde durch Werterhalt bzw. Wertsteigerungen profitieren, und so freuen wir uns über den Zuspruch, den wir trotz lästiger Baustellen und einhergehender Beeinträchtigungen und Verkehrsbehinderungen tagtäglich von unseren Bürgern erfahren und wertgeschätzt bekommen.

Ziel war und ist, nach objektiven Gesichtspunkten die technisch, rechtlich und wirtschaftlich beste Möglichkeit der Baulanderschließung in Forst zu nutzen.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

zum Schluss möchte ich zu bedenken geben: Die im anonymen Flugzettel aufgeführten vermeintlichen Argumente (Lärm, Verkehr…) sind nachvollziehbar und sollten meiner Ansicht nach für alle Anwohner und Anlieger unserer Großgemeinde gleichermaßen gelten. Würden wir der Intention des Flugblatts folgen und diese zum Maßstab unserer Entscheidungen machen, dann gäbe es heute aber auch keinen Bahnhaltepunkt, kein Pflegezentrum, zukünftig keine Grundschule, Gewerbeerweiterungen, keine Wohnbauprojekte wie sie beispielsweise dann an der alten Grundschule geplant sein könnten.

Ich freue mich sehr über eine sachliche und gehaltvolle Diskussion mit Ihnen sowie viele sinnvolle und machbare Vorschläge. Selbstverständlich freuen wir uns über jegliches Interesse und Reaktionen zur Auslegung des Bebauungsplans, vor allem über substanzielle Beiträge, die uns weiter bringen. 

Sicher ist es einfacher, ein solches anonymes, einseitig formuliertes Flugblatt zu verteilen, als sich unbequemen Wahrheiten und Realitäten im Gespräch mit der Gemeinde zu stellen. Trotzdem möchte ich mein aufrichtiges Gesprächsangebot an die anonymen Verfasser nochmal wiederholen. Trauen Sie sich und kommen Sie auf uns zu!

Gerne lade ich jeden/jede Einzelnen/Einzelne von Ihnen zu einem Austausch ins Rathaus ein. Ich will eine größtmögliche Transparenz gewährleisten, deshalb werde ich Ihnen auch wesentliche Unterlagen und Informationen, die zur Entscheidungsfindung im Gemeinderat beigetragen haben, gerne vorlegen.

Ihr Stefan Rottmann, 1. Bürgermeister

 



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