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13.11.2013

Gegendarstellung: Bürgerversammlung Marktsteinach

 

Sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats,

verehrte Bürgerinnen und Bürger,

aufgrund der häufig fehlerhaften oder irrtümlichen Presseberichterstattung im Schweinfurter Tagblatt, gerade in den letzten Wochen und Monaten über unsere Gemeinderatspolitik und Gemeindeentwicklung sehe ich mich nun zu einer Gegendarstellung veranlasst.

Zensierte bzw. stark gekürzte Berichte, Aussagen und Zitate, die aus dem Zusammenhang gerissen wurden, reißerische Überschriften schaden zu aller erst dem Ansehen und Image der Großgemeinde und damit uns allen. Nach außen entsteht bei der Bevölkerung ein völlig verzerrtes Bild über Sachthemen die im Gemeinderat oder in Bürgerversammlungen diskutiert werden. Immer wieder sehe ich mich verärgerten Anrufen, böswilligen Briefen oder vermeidbaren Diskussionen im Gemeinderat ausgesetzt, weil Leser des Tagblatts „etwas Aufschnappen“ was nicht den Tatsachen entspricht, oder weil Textpassagen zu viel Raum für Spekulationen oder Interpretationen lassen.

Viele beispielhafte Zeitungsausschnitte habe ich gesammelt, gerade auch wieder in den letzten Tagen, aber es würde den Rahmen hier und jetzt sprengen. Regelmäßig schlucke ich fehlerhafte Berichterstattungen herunter und hacke es ab, manchmal gelingt es mir noch, tags zuvor Berichte in der Online-Ausgabe und später in der Druckversion richtig zu stellen, gestern war es aber mal wieder zu spät.

Die Berichterstattung über die Bürgerversammlung in Marktsteinach ist sehr einseitig, lücken- und fehlerhaft. Mit großem Aufwand wurden in den vergangenen Tagen die Bürgerversammlungen von mir vorbereitet. Eine zweistündige Bildpräsentation mit Videoaufnahmen soll die Bürgerinnen und Bürger über Projekte in allen Ortsteilen vollumfänglich informieren. Einen kleiner Jahresbericht mit allen Zahlen, Daten und Fakten, sowie Broschüren und Amtsblätter bekommt jeder Besucher der Bürgerversammlung kostenlos an die Hand.

Trotz umfangreichem Bericht und sachlicher Auseinandersetzung mit den Fragen der Bürgerinnen und Bürger filtert das Schweinfurter Tagblatt nur die „Negativ-Schlagzeilen“. „Zu wenig Projekte für Marktsteinach“, heißt es in der Überschrift des am 12.11.2013 erschienen Berichts. Dann heißt es gar: „In seinem Bericht hatte der Rathauschef nur das Anwesen Zellingen 3 (Anm. als Marktsteinacher Projekt) erwähnt“.

Der Artikel ist völlig an den Tatsachen vorbei: Ich muss der tendenziösen Berichterstattung in aller Deutlichkeit widersprechen. Ich habe mehr als nur ein Projekt für Marktsteinach vorgestellt. Auch die ausgewählten Zitate „Nix über Marktsteinach“ oder „Geld rausgeschmissen“ versuchen die Versammlung madig zu machen und rufen zusätzlich Enttäuschung und Verärgerung bei den Lesern hervor, anstatt die Sachverhalte aufzuklären. Folgende MARKTSTEINACHER Projekte habe ich in meiner Präsentation dargestellt bzw. mündlich erläutert.

-          Kauf des Anwesens Zellingen 3

-          Kauf eines Feuerwehrfahrzeugs TSF-W und Installation des Atemschutzes für Marktsteinach

-          Neueröffnung eines Jugendtreffs für Marktsteinach

-          Brückensanierung am Kapellenpfad

-          Mögliche zukünftige Nutzung der Quelle und des Pumphäuschens

-          Neubau der Kanalverbindungsleitung von Marktsteinach nach Schonungen

-          Komplettaustausch der Straßenbeleuchtung und Neuinstallation von LEDs am Schwarzland und Kirchberg

-          Mögliche Ausweitung des Baugebiets „Obere Weinbergsleite“/Gewerbegebiet „Am Hainach“

-          Mobilfunkinitiative für Marktsteinach, Reichmannshausen und Hausen

 

Viele weitere Themen waren für die Marktsteinacher von großem Interesse:

-          Die Ansiedlung eines Allgemeinmediziners

-          Der Bau der neuen Grundschule

-          Zuschussprogramm Innenentwicklung für Leerstände

-          …u.v.m.

Insgesamt habe ich in meiner Präsentation 71 größere und kleinere Projekte vorgestellt, die alle Gemeindeteile berühren.

Verehrte Damen und Herren,

der besagte Bericht entspricht an weiteren Stellen nicht den Tatsachen oder weißt merkwürdige Passagen auf: Ich habe beispielsweise nicht gesagt, dass es an der Telekom liegt, warum es aktuell mit der Platzgestaltung nicht weiter geht: Richtig ist, dass wir lange auf ein Angebot für das Versetzen des Verteilerkastens warten mussten, dieses uns aber zwischenzeitlich vorliegt.

Desweiteren heißt es erst in einem Zitat, dass die Kreuzung am besagten Grundstück Zellingen kein Unfallschwerpunkt sei, von einem Unfallschwerpunkt zu sprechen sei falsch – nur ein Satz später heißt es dort: „Bei Glatteis bestehe Unfallgefahr durch die Steigung der Ortsstraße am Kirchberg“ und wieder ein Zitat später wird von „rausgeschmissenem Geld“ gesprochen.

Auch im zweiten heute erschienen Bericht „Schulbau in der Diskussion“ hätte man in den wenigen Absätzen kaum mehr „Negativ-Meldungen“ unterbringen können.

Zeitung ist natürlich kein Wunschkonzert, trotzdem muss eine ausgewogene Berichterstattung betrieben werden. Es ist auch nicht meine Aufgabe, nach jeder Berichterstattung Schadensbegrenzung und Richtigstellungen zu betreiben. Leider wurden aber auch in der Vergangenheit Gegendarstellungen nachweislich nicht abgedruckt, obwohl inhaltlich falsch berichtet wurde. Es kostet viel Zeit, Kraft und Geld. Geld kosten übrigens auch die Anzeigen der MainPost, die uns aktuell zur Adventszeit wieder offensiv verkauft werden und der Gemeinde Prestige und Image bringen sollen – das passt nicht zusammen, mit der negativen Presseberichterstattung im Regionalteil, die wir über uns regelmäßig ergehen lassen müssen.

Ich will auch kein Loblied auf die Leistung des Bürgermeisters, die Arbeit der Verwaltung oder des Gemeinderats einstimmen, trotzdem leisten alle Beteiligten Übermenschliches um die Gemeinde voranzubringen. Ich will lediglich eine faire und objektive Berichterstattung, die Sachzwänge und Argumente ebenfalls berücksichtigt. Angesichts der Fülle an Pflichtaufgaben aber auch angesichts der insgesamt 140 laufenden Projekte in der Großgemeinde und dem engen Budget sollte gerade die Zeitung sensibler mit Ihrer Rolle umgehen und nicht die Ortsteile gegeneinander aufwiegeln.

Mit über hundert Pressenachrichten und Artikeln betreibt die Gemeinde eine vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit sowohl im Internet als auch im gemeindlichen Amtsblatt, auf das die Bürgerinnen und Bürger ebenfalls zurückgreifen können.

Gez. Stefan Rottmann, 1. Bürgermeister

 



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