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29.04.2013

Die ehemalige Sattler-Wiese ist derzeit eine der größten Baustellen Unterfrankens. Hier soll später ein Vorzeige-Wohnquartier mit einem Pflegheim entstehen.
Die ehemalige Sattler-Wiese ist derzeit eine der größten Baustellen Unterfrankens. Hier soll später ein Vorzeige-Wohnquartier mit einem Pflegheim entstehen.

Aus Altlast wird Städtebau

Gemeinde erledigt ihre Hausaufgaben

Einen bunten Strauß an Neuigkeiten im Zusammenhang mit der Städtebaulichen Entwicklungen auf dem Altlastareal hatte Bürgermeister Stefan Rottmann im Rahmen der Jahreshauptversammlung der SuB (Solidargemeinschaft umweltbewusster Bürger) dabei. Erst im vergangenen Jahr August starteten die Sanierungsarbeiten in den Randbereichen der Altlast: Nun steht die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts unmittelbar bevor. Mit einer Bildershow präsentierte Rottmann die städtebaulichen Entwicklungen: Beispielsweise die Konturen des Fahrradwegs am Bachufer des neu gestalteten Steinachlaufs oder die Vorarbeiten zur Montage der Fahrradbrücke nördlich der Lebenshilfe. Vorbei sind die Zeiten „negativer Berichterstattung“, zeigte sich Rottmann erfreut. Zwischen Landratsamt und SuB konnte eine gute Basis der Zusammenarbeit gefunden werden. Die Zuhörer zeigten sich beeindruckt vom Fortgang der Arbeiten, wenngleich gerade der Städtebau in der Ausführung vom Zeitplan hinterherhinkt. Bis 2015 soll die Altlastsanierung mit dem Städtebau abgeschlossen werden: Am Endtermin will Bürgermeister Stefan Rottmann nicht rütteln, schließlich kümmert sich die Gemeinde bereits um die Zeit nach der Altlast. Die Zuschüsse aus Europäischen Fördertöpfen (EFRE) müssen bis Ende 2015 abgewickelt werden, gerade auch deswegen drängt die Gemeinde auf die Einhaltung des Zeitplans. Die Gemeindeentwicklung muss weitergehen, zumal es eine Vielzahl von Perspektiven für die städtebauliche Neuordnung gibt. Bürgermeister Stefan Rottmann betont die gute Zusammenarbeit mit dem Landratsamt. Gerade im Hinblick auf die Insolvenz der bisher tätigen Baufirma „Eneotech“ wünscht er sich schnell Klarheit, damit kein Zeitverzug eintritt. Der erste Bauabschnitt steht kurz vor dem Ende, unklar ist, welche Baufirma den Zuschlag für den zweiten und letzten Bauabschnitt erhält.

Nahwärmenetz:

Erfreuliche Nachrichten hatte Bürgermeister Stefan Rottmann im Gepäck. Der Leitgedanke der Großgemeinde „Ökologie und Soziales“ soll sich auch in der Städtebaulichen Neuordnung niederschlagen. Mit den Stadtwerken Schweinfurt hat die Gemeinde einen Partner gefunden, der als Investor das Nahwärmenetz finanzieren und betreiben wird. Durch den Anschluss öffentlicher Gebäude wie beispielsweise der Bauhof/Feuerwehr, Rathaus, Lebenshilfe und das geplante Pflegeheim kann das Netz in jedem Falle wirtschaftlich betrieben werden. Auch private Hauseigentümer profitieren von preisgünstiger und ökologischer Wärme. Der Anschluss an das Nahwärmenetz ist ohne großem Aufwand möglich: Es wird lediglich ein Wärmetauscher in Form eines Schaltkästchens im Keller eingebaut. Öltanks etc… werden dann überflüssig. Der Betrieb des Blockheizkraftwerkes als Heizzentrale ist mit Hackschnitzeln gedacht, die aus den gemeindlichen Waldbeständen gewonnen werden soll. Die größtenteils unterirdische Heizzentrale entsteht auf dem Grundstück des Salzsilos, wie Bürgermeister Stefan Rottmann berichtet. Mit dem Pflegeheim, der Lebenshilfe, möglicherweise Altengerechte Wohnungen und evtl. Arztpraxen bekommt der Bereich rund um die Steinach seinen „sozialen“ Charakter. Zusätzlich soll auch im Bereich des Schulzentrums (Kindergarten, Naturfreundehaus, Realschule, Grundschule, Schwimmbad) ebenfalls mit den Stadtwerken ein Nahwärmenetz entstehen, informierte Rottmann.

Ausweichquartiere für Schuppen bzw. Nebengebäude:

Bekanntermaßen kümmert sich die Gemeinde um die Ausweichdomizile für Schuppen und Nebengebäude. Mit dem Abriss zahlreicher Gebäude im Rahmen der Sanierungsarbeiten braucht es eine abschließbare Unterstellmöglichkeit für Rasenmäher, Winterreifen, Gartengeräte etc… . „Wir haben eine pragmatische und kostengünstige Lösung gefunden, die für alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger tragbar ist!“, erklärt Bürgermeister Stefan Rottmann. Leerstehende gemeindliche Gebäude wie beispielsweise die ehemalige Bücherei im Ortsteil Schonungen konnten als Ausweichquartiere ausfindig gemacht und in abschließbare Abteile eingeteilt werden. Im Gegenzug wurden bisher zurückgehaltene Wohnungen am Hegholz zur Vermietung freigegeben.

Parkplätze:

Mit den anstehenden Sanierungsmaßnahmen im zweiten Bauabschnitt entfallen etliche Parkplätze bzw. Straßenflächen, die als Parkmöglichkeiten bisher genutzt wurden. Die Gemeindeverwaltung hat umgehend Kontakt mit Privateigentümer größerer Platzflächen aufgenommen um eine Alternative zu finden. 

Besprechung mit Rettungs- und Einsatzkräften, sowie Verkehrsschau:

Mit dem zweiten und damit letzten Bauabschnitt der Altlastsanierung bzw. Städtebaulichen Neuordnung fällt der Löwenanteil der Erdbewegungen an. Unmittelbar im Baustellenbereich, aber auch auf der festgelegten An- und Abtransportroute gilt es Gefahrenpotenziale zu analysieren und auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Vor allem soll ein reibungsloser Verkehrsfluss auf den Straßen gewährleistet werden. Gemeinsam mit Polizei, SuB und Behördenvertretern werden die Verkehrswege bei einem Ortstermin abgelaufen: Gerade im Baustellenbereich, wo Anwohner weiterhin in ihren Häusern leben werden, muss weiterhin die Zufahrt für Müllfahrzeuge, Post und Rettungsdienste gewährleistet sein. Auch die Parkplatzsituation wird Thema sein. Eine zweite große Besprechung findet mit Vertretern von Rettungskräften, SuB und Feuerwehren statt: Unfälle in Baugruben, Notrufe von Anwohner bzw. Einsätze aller Art im Baustellenbereich bzw. auf der Fahrtroute werden genauestens thematisiert.

Umzug des Bürgerbüros:

Der Umzug des Bürgerbüros ins Rathaus ist abgeschlossen. Damit wechselt die Anlaufstelle von der ehemaligen Bücherei in der Bachstraße an den Marktplatz. Für die kommenden Wochen wird die Ansprechpartnerin Ute von der Stein im Fraktionszimmer (Erdgeschoss) zu finden sein. Mit der Übertragung des Allianzmanagements nach Üchtelhausen wird ein Büro für die dauerhafte Lösung des Bürgerbüros frei.

Pflegeheim:

Die ehemalige Sattlerwiese ist mit dem künftigen Gewerbegebiet „Tiefer Graben“ die letzt große ebenerdige Fläche im Gemeindeeigentum, die Schonungen für Entwicklungsmöglichkeiten vorhält. Mit der Städtebaulichen Neuordnung wird das Sanierungsgebiet kaum mehr wieder zuerkennen sein: Grünflächen, Radwege, erlebbare Bachufer, Quartiersplätze u.v.m. … werden das Areal in ein attraktives Wohngebiet verwandeln. Schon vor bekannt werden der Altlast sollte im Bereich der Sattlerwiese ein Pflegeheim entstehen: An den Plänen halten Bürgermeister und Gemeinderat fest. Gemeinsam mit der Agendagruppe „Senioren“ habe man sich fünf Pflegeheime an verschiedenen Standorten angesehen und Informationen gesammelt. Durch die Größe der Gemeinde und dem großen Einzugsgebiet, besteht nicht nur Bedarf an Pflegeplätzen: Auch altengerechtes Wohnen und Tagespflege könnten künftig in einer neuen Einrichtung angeboten werden. Wie Bürgermeister Stefan Rottmann berichtet, sucht er das Gespräch zu Investoren, Bauträgern und Betreibern. 

Umzug Bauhof:

Auch der Bauhof ist von der Städtebaulichen Neuordnung und Altlastbeseitigung stark betroffen. Der Standort des Bauhofs liegt in unmittelbarer Nähe der Sattler-Wiese, die zukünftig als Umschlagplatz der Erdmassen genutzt werden soll. Schon jetzt ist der Betrieb des Bauhofs stark beeinträchtigt: Seit einigen Monaten laufen im Bereich der Steinach die Bachumverlegungsarbeiten. Zudem wurden große Teile der ehemals Sattler-Wiese nun asphaltiert um das Areal als Logistikfläche zu nutzen. Um die 40-Tonnen-LKWs abzufertigen wurde bereits aus Platzgründen die Papier- und Glascontainer ausgelagert: Stattdessen wurde eine Schwarz-Weiß-Zone für das Reinigen der Lastwagen eingerichtet. Baustellenverkehr und Bauhof teilen sich derzeit eine Einfahrt, wie Bürgermeister Stefan Rottmann feststellt. „Das ist für einen funktionierenden Bauhofbetrieb ein Handycap!“, heißt es. Trotzdem freue man sich über die fortschreitenden Bautätigkeiten. Wie Bürgermeister Stefan Rottmann nun mitteilt, hat sich die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat Gedanken um einen neuen Standort für den Winterdienst und damit das Salzsilo gemacht. Das Gelände gegenüber des Bauhofs wird ebenfalls großräumig saniert, sodass Lagerflächen und das Holzsilo weichen müssen.

An der Häckseldeponie soll ein neues Silo platziert werden: Die Fläche ist eingezäunt, im Gemeindeeigentum und liegt im Herzen der Großgemeinde, was für den Winterdienst von Vorteil ist. Der Grüntrupp des Bauhofs wird für die Dauer des Sanierungsstadiums vom Bauhof in den Forstbetrieb nach Waldsachsen verlegt, wie Rottmann bekannt gibt.



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