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07.06.2013

Die Schonunger Delegation vor dem Eiffelturm in Paris
Die Schonunger Delegation vor dem Eiffelturm in Paris
Schonungen auf Händen getragen
Schonungen und Alban zelebrieren intensive Städtepartnerschaft
 
Eine Partnerschaft zwischen zwei Gemeinden wird nur mit Leben erfüllt, wenn sich Menschen begegnen, miteinander reden und miteinander feiern. Dass haben die Partnergemeinden Schonungen und Alban wörtlich genommen. Angeführt von Bürgermeister Stefan Rottmann und der Präsidentin des Freundeskreises Alban, Jacqueline Hartmann, ging es mit einem voll besetzten Bus ins Südfranzösische Alban. Gut 1.300 Kilometer mussten überwunden werden: „Man brauchte gutes Sitzfleisch, doch die Busfahrt eröffnete den Mitfahrenden immer wieder neue Perspektiven und Ausblicke in eine einzigartige Landschaft!“, heißt es von den Mitreisenden. Schon bei der Hinfahrt durften beispielsweise die schneebedeckten Ausläufer des Zentralmassivs bestaunt werden und dann nicht zu vergessen; ein Wunderwerk der Bautechnik das Viadukt von Millau. Mit insgesamt 350 Metern Höhe und mehreren Kilometern Länge ein gewaltiges Bauwerk und größte europäische Brücke.
 
Zunächst nahm die Schonunger Delegation aber den Umweg über Paris in Kauf: Eine Bootsfahrt auf der Seine, eine Stadtrundfahrt und abendliche Lichterfahrt stand auf dem Programm. Dabei beeindruckte vor allem die nächtliche Illumination des Eiffelturms. Die Teilnehmer konnten trotz der Kürze der Zeit kostbare Eindrücke über die „Stadt der Liebe“ sammeln. Schließlich stand auch Zeit zur freien Verfügung bereit, bei der Sehenswürdigkeiten wie der Eifelturm, Louvre oder das Künstlerviertel „Montmatre“ auf eigene Faust besichtigt werden konnten.
 
Nach zwei Tagen Paris ging es schließlich nach Alban: Erst um 22 Uhr erreichte die Schonunger Reisegruppe ihr Ziel. Trotz der zeitlichen Verzögerung war der Empfang durch die Franzosen umso herzlicher. Alte Bekannte fielen sich in die Arme, neue Bekanntschaften wurden geknüpft und das vorbereitete Buffet mit kalten und warmen Spezialitäten ließen die Strapazen der Reise rasch vergessen.
 
Die Präsidentin des Partnerschaftskomitees von Alban, Sylvie Guiterrez, gab ihre Freude über den Besuch Ausdruck, ebenso der Bürgermeister, Marin Pousthoumis. Letzterer freute sich besonders, den neuen jungen Bürgermeister von Schonungen, Stefan Rottmann, kennenzulernen. Ein Portrait, eine Medaille und Buch gab es als Geschenk. Rottmann selbst war überrascht und überaus erfreut über die Offenheit und Herzlichkeit, mit der er und die übrigen Gäste in Alban willkommen geheißen wurden. In seiner Ansprache hob er die Bedeutung der Städtepartnerschaft hervor, aber auch den geschichtlichen Hintergrund. Während der offiziellen Ansprachen sowie auch während der gesamten Reise stand Birgitt Hilgers als kompetente Übersetzerin zur Verfügung. Der erste Abend in Alban endete schließlich weit nach Mitternacht in den einzelnen Gastfamilien, die den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalteten.
 
Mit einem abwechslungsreichen Programm nahmen die „Albaner“ ihre Gästeschar auf eine Entdeckungstour durch ihre Heimat. Ganz in der Nähe, etwa 30 Kilometer liegt die Hauptstadt des Départements Tarn, Albi. Dort gab es Gelegenheit das prominente Museum Toulouse-Lautrec zu besichtigen. Bei einer Führung durch das bischöfliche Castell lernten man die Werke des Künstlers des Post-Impressionismus kennen und erfuhr viel über seinem Leben im Paris der Belle Époque. Nur einen Steinwurf entfernt lag die Kathedrale Sainte-Cécile d’Albi. Mit seinen sechs Meter dicken Mauern wirkt der Backsteinbau wie eine Wehrkirche, das Innere aber ist überaus künstlerisch ausgestaltet und überrascht durch das Deckenfresko, das Gemälde an der Westwand, das das Jüngste Gericht darstellt, die barocke Orgel oder den weltberühmten Lettner.
 
Die Kultur und Natur stand am darauffolgenden Sonntag im Mittelpunkt: 5.500 Einwohner in 14 Gemeinden auf gut 300 Quadratkilometern Fläche umfasst die Verwaltungsgemeinschaft. Der Präsident von Mont Alban, Damien Chamayou, lud in die Festhalle des Ortsteils Paulinet
zu einem Vorspeisenbuffet, auf dem hauptsächlich regionale Produkte (Wein, Käse, Wurst…) angeboten wurden. Das Bier lieferten die Bürger der Großgemeinde Schonungen. Anschließend gab es natürlich den traditionellen „Aligot“, einen Kartoffelbrei mit Käse aus der Region. Die Stimmung war gelöst: Es wurde gesungen und getanzt und bei lustigen Spielen wurde gar der Schonunger Bürgermeister Stefan Rottmann und Altbürgermeister Kilian Hartmann durch die Einheimischen „auf Händen getragen“. Beim anschließenden Pétanque-Wettbewerb ging es dann wieder ernsthaft zur Sache. Die Schonunger hatten schließlich einen Pokal zu verteidigen. Doch trotz aller Anstrengungen und obwohl die Mannschaft im Vorfeld wirklich eifrig trainiert hatte, musste sie sich der Mannschaft aus Alban geschlagen geben. Der Pokal bleibt also bis zum nächsten Treffen in Frankreich.
 
„Ich hätte es noch etwas länger aushalten können!“, bedauerte Stefan Rottmann den Abschied. Nach vielen Umarmungen, Küssen und einigen Tränen versprach man sich ein baldiges Wiedersehen und sang sowohl in deutscher Sprache „Nehmt Abschied, Brüder, ungewiss…“, als auch in französischer Sprache „Ce n’est qu’un au revoir“. Bei der Zwischenübernachtung in Dijon gab es am späten Abend noch die Möglichkeit während eines Spaziergangs die Schönheit der burgundischen Hauptstadt zu entdecken. Damit endete auch die knapp einwöchige Bürgerreise nach Alban: Seit 27 Jahren existiert die Städtepartnerschaft. 2016 soll das 30-jährige Jubiläum voraussichtlich in Alban gefeiert werden. Am 08. Juli 2013 sollen die Fotos und Filmaufnahmen der vergangenen Fahrt, aber auch die Erinnerungen und Erfahrungen bei einer Nachbesprechung im Schonunger Rathaus ausgetauscht werden. Nähere Einladung folgt noch.


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