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16.06.2013

Die 900-Jahrfeier begeisterte 2003 viele Besucher aus nah und fern
Die 900-Jahrfeier begeisterte 2003 viele Besucher aus nah und fern

Waldsachsen rüstet sich für Expertenkommission

Bereits zum 25. Mal: Bayerns schönste Dörfer gesucht

Jetzt sind es nur noch wenige Tage, bis die Jury in Waldsachsen erwartet wird. Im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden…“ begibt sich eine Experten-Kommission auf die Suche nach den schönsten Dörfern im Freistaat. Neben drei weiteren Landkreis-Orten ist Waldsachsen für die Qualifikationsrunde nominiert. Dabei geht es um gestalterische Aspekte des Ortes, der Zusammenhalt der Vereine und Bürger sowie der geschichtliche Hintergrund und Perspektiven des Gemeindeteils. Alle Bürgerinnen und Bürger Waldsachsens sind dazu aufgerufen, mitzuhelfen, dass sich der Ort am 25. Juni 2013 (13.00 Uhr – 16.00 Uhr) von seiner besten Seite zeigt: Blumenschmuck an den Fenstern, Fahnen, gepflegte Vorgärten, Häuserfassaden und Grünflächen tragen zu einem freundlichen Ortsbild bei, wie Bürgermeister Stefan Rottmann aufzählt.

Unser Dorf soll schöner werden. Aber ist das denn tatsächlich nötig? Ja, wenn wir ehrlich sind, denn im östlichsten Ortsteil der Gemeinde Schonungen lassen sich trotz der Bemühungen der Dorferneuerung Bausünden nicht übersehen. Der Kampf mit den Folgen des Strukturwandels in der Landwirtschaft dauert an und leere Höfe sind kein Ruhmesblatt. Aber Waldsachsens Dorfanlage hat im Kern ihre Struktur und Geschlossenheit bewahrt. Sie kann sich mit ihren offensichtlichen „Schönheiten“ Rathaus und Kirche schmücken, und den Herausforderungen – etwa den Zukunftsprojekten „Alte Schule“ und „Alter Kindergarten“ – will man sich stellen.

Wahre Schönheit kommt von innen. Dass die Bevölkerung sich verändern kann, hat sie schon gezeigt und das einstmals katholische Bauerndorf mit seinem Ortsteil Bayerhof nach außen geöffnet: Nach dem zweiten Weltkrieg brachten die Flüchtlinge frischen Wind hierher und krempelten die Vereinslandschaft um. Seitdem sind die Siedlungsgebiete um das Zentrum herum maßvoll gewachsen. Neue Mitbewohner haben neue Nachbarn gewonnen, und auf dem Spielplatz, im Kindergarten, beim Sport, in der Pfarrgemeinde oder im Verein auch eine neue Heimat gefunden. Sie haben ihre Erfahrungen und Ideen mitgebracht und das Dorfkultur bereichert. Große Feste, aber auch kleine Akzente im jährlichen Veranstaltungsreigen lassen die Neubürger und Alteingesessenen, die Alten und die jungen Leute zusammenrücken. Diese Jugendlichen finden es super, dass sie ihre Clique und ihr selbstverwaltetes Jugendzentrum vor Ort haben, gleichzeitig steht ihnen über die gute Verkehrsanbindung der Gemeinde die ganze Welt offen.

Zur Heimat gehören das Dorf, seine Menschen und die Umgebung. Die „Wolzumer“ haben eine ganz spezielle Beziehung zum Wald, der seit Urzeiten im Ortsnamen getragen wird. Für die Vorfahren war er Lebensgrundlage und er bietet zusammen mit dem Grundbach eine perfekte Umgebung für Sport und Erholung. So abwechslungsreich wie die Natur, so bunt ist auch das Dorf, aber sehen Sie selbst.

Bürgermeister Stefan Rottmann spricht von einem gelungenen und einzigartigen Programm, das die Jury-Mitglieder in Waldsachsen sicher begeistern wird: Los geht’s um 13.00 Uhr hinter der Pfarrkirche. Nach einer kurzen Begrüßung soll mit der vor kurzem abgeschlossenen Bachrenaturierung ein ökologisches Projekt im Mittelpunkt stehen. Ein Besuch in der historischen Kirche (13.15 Uhr) ist freilich auch geplant: Nach einer kurzen Führung und Orgelkonzert, soll die Aufmerksamkeit auf die „Alte Schule“ als Zukunftsprojekt gelenkt werden. Ob Platzgestaltung oder Übereignung an einen Verein, um das Gebäude zu erhalten, wird in Kürze vom Gemeinderat entschieden. Aufwachsen in ländlicher Idylle, das garantiert der Kindergarten (13.40 Uhr), der auch ein Beitrag im Programm darstellt. Auf dem Weg zum historischen Rathaus und Feuerwehrhaus sollen alte Bauerngehöfte in Augenschein genommen werden: Vorher-Nacher-Fotos sollen die Investitionen und Eigenleistung in die Gebäude dokumentieren. Am Dorfmittelpunkt sollen direkt am ehemaligen Rathaus (14.00 Uhr) Pinnwände mit Fotos die 900-Jahrfeier in Erinnerung rufen, auch historische Fotos und Kartenmaterial aus früheren Zeiten werden ausgestellt. Anschließend dürfen sich die Jurymitglieder über eine kurze Kaffeepause in einem landwirtschaftlichen Hof (14.30) freuen, der durch seine liebevolle Außengestaltung mit Garten- und Teichanlagen besticht. Nicht nur das Leben im Ort, soll beleuchtet werden, auch das Arbeiten: Da liegt es Nahe einen Abstecher bei der Metallverarbeitungsfirma Derleth (14.50 Uhr) zu machen. Nach einer kurzen Erklärung und Einführung geht es Richtung Kläranlage am westlichen Ortsausgang. Mit der Besichtigung eines fertigen Teilabschnitts der Bachrenaturierung (15.15 Uhr) schließt sich der Kreis. Damit ist das Programm lange nicht am Ende: Auf die Expertenkommission wartet noch ein Highlight. Zum Finale geht es schließlich hinauf zu den Windrädern (15.30 Uhr). Von der Spitze der Anlagen erhalten die Teilnehmer abschließend einen atemberaubenden Panoramablick auf Waldsachsen.

„Waldsachsen hat Einiges zu bieten!“, sieht Bürgermeister Stefan Rottmann gute Chancen. Mit dem dreistündigen Programm und den verschiedenen Stationen wird der Ort in allen Fassetten dargestellt. Rottmann hofft auf breite Unterstützung bei der Bevölkerung, bei den Vereinen und direkten Anwohnern, der am Rundgang liegenden Strecke. In einem Erläuterungsbericht, den die Ortschronistin Daniela Harbeck-Barthel erstellt hat, werden Waldsachsens Ambitionen untermauert. In den Bewerbungsunterlagen sind nochmals alle Stationen eingehend beschrieben.

Gemeinden bzw. Gemeindeteile mit höchstens 3.000 Einwohner können sich bewerben. Der Wettbewerb wird in mehreren Stufen durchgeführt: Die Landkreissieger werden noch in diesem Jahr ermittelt. 2014 fallen die Entscheidungen in den Regierungsbezirken und 2015 stehen die Landessieger fest. Die bayerischen Golddörfer nehmen dann 2016 am Bundeswettbewerb Teil. Der Wettstreit unter den schönsten und rührigsten Dörfern findet im dreijährigen Turnus statt.

Seit dem Start im Jahr 1961 haben fast 27.000 bayerische Dörfer an der Prämierung teilgenommen. Der Wettbewerb bietet den Gemeinden die Chance, ihre Dorfgemeinschaft zu stärken, die Lebensqualität zu erhöhen und sich in eigener Verantwortung für die Zukunft folgender Generationen zu engagieren. Nicht Konzepte oder Verordnungen stünden im Mittelpunkt, sondern bürgerschaftliches Miteinander unter fachlicher Begleitung. Darin liege das Erfolgsrezept. „Der Wettbewerb motiviert die Menschen durch Eigenverantwortlichkeit und schärft das Bewusstsein für die Werte im eigenen Dorf“, so der Minister. Damit leiste der Wettbewerb einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung des gesamten ländlichen Raums. Informationen gibt es bei der Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Schweinfurt, Brigitte Goss oder im Internet unter www.lwg.bayern.de/dorfwettbewerb

 



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