neutral.jpg

Aktuelles

Zurück


18.06.2013

Von links: Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr, 1. Bürgermeister Stefan Rottmann und Verena Göppert, Beigeordnete des Dt. Städtetags
Von links: Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr, 1. Bürgermeister Stefan Rottmann und Verena Göppert, Beigeordnete des Dt. Städtetags
Schonungen als Teil des Stadtkongress im Berliner Gasometer
Bürgermeister Rottmann diskutiert mit Ex-Bundesministerin Prof. Lehr
 
Selten gibt es Tagungen die so hochkarätig besetzt und mit einer Fülle an prominenten Referenten bundesweit Beachtung findet. Prominente Persönlichkeiten wie Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup, der Bundesvorsitzende der SPD Sigmar Gabriel, Köln’s Oberbürgermeister Jürgen Roters, der Otto-Versandhaus-Chef und Geschäftsführer der ECE-Kaufhäuser Alexander Otto, der frühere Ministerpräsident der DDR, Dr. Lothar de Maizière oder Bundesverkehrsminister Dr. Peter Raumsauer gaben sich auf dem Kongress „Lebendige Stadt“ die Klinke in die Hand. Mittendrin Schonungens Bürgermeister Stefan Rottmann.
 
Nun gehört die unterfränkische Großgemeinde mit seinen knapp 8000 Einwohnern sicher nicht zu den bedeutenden Städten Deutschlands, trotzdem fanden die dort umgesetzten Rezepte gegen den „Demografischen Wandel“ auch in Berlin aufmerksame Zuhörer. „Wir müssen reagieren: Auch unsere Infrastruktur gleich die einer großen Stadt!“, sagt Rottmann augenzwinkernd und zählt die Infrastruktur bestehend aus neun Feuerwehren, neun Friedhöfe, acht Kindergärten, kilometerlange Kanalleitungen, Straßenverbindungen und eine Fläche von 81qkm auf.
 
Schauplatz des Symposiums war das „Gasometer“: Einem umfunktionierten Gasspeicher, der als Aufzeichnungsort für Günther Jauch’s Talkshow allseits bekannt ist. Unter der Rundkuppel trafen sich drei Tage lang die kommunalpolitische Elite, Wirtschaftsgrößen und Vertreter großer Verbände ein. Der Kongress fand unter dem Motto „Jungbrunnen Stadt: Alt werden – Alt sein – Alt finden“ statt. Als eines der Highlights wurde das Zwiegespräch zwischen der ehemaligen Bundesfamilienministerin Prof. Dr. Dr. h.c. Ursula Lehr und dem 26-jährigen Kommunalpolitiker Stefan Rottmann im Programmheft und auf dem Podium durch den Stiftungsvorsitzenden Dr. Andreas Mattner angekündigt. Als CDU-Spitzenpolitikerin gehörte Lehr dem Kabinett Kohl an und hatte sich besonders im Bereich der Seniorenpolitik hohe Verdienste erworben. 1991 wurde sie durch Angela Merkel als Nachfolgerin im Amt des Bundesministeriums beerbt. Zwischenzeitlich wurde sie für ihr beachtliches Wirken mit verschiedenen Ehrendoktorwürden, dem großen Bundesverdienstkreuz und Ehrenmedaillen ausgezeichnet.
 
Lehr argumentierte für eine seniorenfreundliche Kommune, für Barrierefreiheit, Freizeitmöglichkeiten und ausreichend Pflegeeinrichtungen für Ältere Menschen: Auch Bürgermeister Stefan Rottmann sah die Notwendigkeit, sich einer alternden Gesellschaft anzupassen. Wenngleich Rottmann für ein „Gleichgewicht der Generationen“ aussprach. „Alt und Jung brauchen einander, nur im Zusammenspiel der Generationen funktioniert unsere Gesellschaft!“, sagt der Rathauschef. Gerade im Bereich der Pflege muss darauf geachtet werden, dass genügend junges Betreuungspersonal nachkommt um ein würdevolles ‚Altern’ zu gewährleisten. Rottmann will Zuzug durch junge Familien organisieren und machte dies an konkreten Maßnahmen und Handlungsfeldern in seiner Kommune deutlich. Besonders Flächenmanagement, Image- und Netzwerkarbeit räumte er ins Feld. Die ‚lieb gewonnene’ Infrastruktur, wie Busverbindungen, lokale Einkaufsmärkte, ärztliche Versorgung, Schulen, Kindergärten können nur gehalten werden, wenn auch nachfolgende Generationen sich ihrer bedienen, sagt Rottmann. Das stieß auch bei Lehr auf Zustimmung. Generationen müssten füreinander einstehen, sagt die ehemalige Bundesministerin und nannte konkrete Projekte. Beispielsweise könnten Senioren Nachhilfe geben, während junge Menschen den Älteren die Funktionen eines Handys erklärten.
 
Unter dem Motto „Gegner im Verteilungskampf oder Partner bei der Bewältigung gesellschaftlicher Veränderungen“ fand der phasenweise harte Meinungsaustausch aber auch heitere Talk zwischen Junior und Senior statt. Moderiert wurde der Schlagabtausch von Verena Göppert, Beigeordnete des Deutschen Städtetags und Leiterin eines der sieben Dezernate (Arbeit, Jugend, Gesundheit und Soziales) der deutschlandweit agierenden Interessensvertretung.
 
Der nächste große Auftritt lässt nicht mehr lange auf sich warten: Bereits am 01. Juli wird Moderator Oliver Geissen den Jung-Bürgermeister für die Aufzeichnungen des RTL-Format „Es kann nur E1nen geben“ begrüßen. Auch der Imagefilm zum 150-jährigen Jubiläum der Bundes SPD wirbt mit einem Filmausschnitt Rottmann’s. Der deutschsprachige Fernsehsender „ServusTV“ aus Wien und der Springer-Verlag planen ebenfalls gerade Projekte, so wird auch künftig Schonungen im Gespräch bleiben.
 
Fotos Norbert Weidemann


Zurück