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21.06.2013

Die Alte Schule in Hausen soll Heimat für die Dorfgemeinschaft und Feuerwehr werden
Die Alte Schule in Hausen soll Heimat für die Dorfgemeinschaft und Feuerwehr werden
„Ärmel hochkrempeln“ für Alte Schule Hausen
Lehrerwohnung soll im September bezugsbereit sein
 
Das Baumaterial auf dem Vorplatz der Alten Schule in Hausen deutet es bereits an: Langsam aber sicher verändert sich das Innere des historischen Schulgebäudes. Auch die Umgebung soll freundlicher, grüner und einfach schöner werden, so Bürgermeister Stefan Rottmann: Mit der Außengestaltung hat sich der Gemeinderat kürzlich erst auseinandergesetzt.
 
Zügig soll die Gebäudesanierung nun zum Abschluss gebracht werden um weitere Maßnahmen aus der Dorferneuerung in Hausen umzusetzen. Bis 2018 läuft die Dorferneuerung gemeinsam mit der Flurbereinigung: Bis dorthin ist noch viel zu erledigen, denn der Maßnahmenkatalog besteht aus über dreißig Projekten. Im Rahmen einer Bürgerbeteiligung wurden mögliche Projekte benannt: „Viele Maßnahmen beziehen sich auf den Straßenraum und machen die Umsetzung sehr kostenintensiv.“, erklärt Bürgermeister Stefan Rottmann. Auch in der vergangenen Sitzung der Teilnehmergemeinschaft und im gemeindlichen Haupt- und Finanzausschuss habe man sich bereits auf Schwerpunkte geeinigt. Womöglich könnte die Gestaltung der Hausener Hauptstraße ein nächstes Projekt sein, allerdings soll die Prüfung der Kanalsituation noch abgewartet werden, bevor weitere Schritte eingeleitet werden. Glücklicherweise hat der Ortsteil Hausen durch die Hochwasserfreilegung an Charme und Aufwertung gewonnen. Im Anbetracht der Fülle an Maßnahmen und der zeitlich begrenzten Förderperiode (bis 2018) müsse man sich auf die wichtigsten Projekte verständigen, heißt es aus dem Rathaus.
 
Das Projekt „Alte Schule“ müsse nun an Fahrt gewinnen, fordert der Bürgermeister ehe man die nächste Baustelle im Ort schafft. Nun sollen die ‚Ärmel‘ hochgekrempelt werden um die Sanierung erfolgreich zum Abschluss zu führen. Allerdings sei hierzu eine beachtliche Summe an Eigenleistung Seitens der Vereine zu erbringen. Die Verantwortlichen forderten im Vorfeld eine eindeutige Regelung bezüglich der Nutzungskonditionen Seitens der Gemeinde ein und machten dies zur Bedingung für das Erbringen weiterer unentgeltlicher Arbeit. Im Blickpunkt waren vor allem die beiden Veranstaltungssäle mit den angrenzenden Sanitäranlagen im Erdgeschoss. Die Vereine fordern eine ‚kostenlose‘ Nutzung der Räumlichkeiten, da die Eigenleistung eingerechnet werden soll.
 
Eine Zusage konnte Seitens der Gemeinde bisher nicht getroffen werden: „Wir wissen leider heute noch nicht, mit wie vielen ehrenamtlichen Stunden sich der jeweilige Verein in die Renovierungsarbeiten einbringt und wie oft er letztlich die Räumlichkeiten in Anspruch nimmt. Erst am Ende könnte man hochrechnen, wie viele Jahre ein unentgeltliches Mietverhältnis – aufgrund der Arbeitsstunden – mit dem Verein eingegangen werden kann!“, erklärt Rottmann die komplexen Zusammenhänge. So mancher ehrenamtlicher Arbeiter müsste sich schließlich entscheiden, wem er seine „Stunden“ widmet – schließlich gibt es viele fleißige Bürger, die vor Ort mehrere Mitgliedschaften zu Vereinen unterhalten. Die Gemeinde war gerade in den letzten Wochen und Monaten bemüht eine unbürokratische und pragmatische Lösung zu finden, die alle zufrieden stimmt.  
 
Ein Hauptmieter sollte her, unter dessen Trägerschaft die Räumlichkeiten im Erdgeschoss vollumfänglich genutzt werden könnte. Die Pfarrgemeinde unter dem Vorsitz des Pfarrers Thomas Amrehn äußerte starkes Interesse: Sie soll gewährleisten, dass die örtlichen Vereine und Verbände die Räumlichkeiten im Sinne eines Dorfgemeinschaftshaus kostenlos nutzen können. Nur wenn die „Öffentlichkeit“ Zugang hat, fließen Zuschüsse vom Amt für Ländliche Entwicklung (insgesamt 100.000 Euro). „Wir wissen die Höhe der Eigenleistung, die am Ende in jedem Falle erbracht werden muss – aber wie sie sich im Einzelnen bis dahin zusammensetzt; welcher Verein und welche Person sich stundenmäßig einbringt, leider nicht!“, sagte Rottmann. So liegt es nahe, dass sämtliche Stunden der Eigenleistung der Kirche gutgeschrieben werden und sich hieraus ein kostenloses Mietverhältnis für eine bestimmte Dauer ergibt.
Eine Nutzungsvereinbarung mit der Kirche wurde Seitens der Verwaltung und des Gemeinderats ausgearbeitet: Er regelt die Hausordnung, Instandhaltung, die Nutzung und Überlassung der Räumlichkeiten, sowie die anfallenden Betriebskosten. Unter anderem genehmigt er der Pfarrgemeinde zur Deckung der Betriebskosten, die Vermietung der Räumlichkeiten an Dritter, bzw. Privatnutzer. „Ich bin froh, dass wir eine vertragliche Grundlage geschaffen haben, die für alle Klarheit bringt!“, zeigte sich Bürgermeister Stefan Rottmann erleichtert.
Diözese und Pfarrgemeinde haben sich noch kein abschließendes Urteil über die Vertragsgestaltung gebildet. Sollten sich keine gravierenden Änderungen Seitens der Pfarrgemeinde ergeben, könnte der Nutzungsvertrag von beiden Seiten schon bald unterschrieben werden.
 
Als Grund für die schleppende Eigenleistung wurden immer wieder die fehlenden Konditionen ins Feld geräumt: Rottmann hofft, dass durch die Gewissheit nun die Arbeiten weiter vorankommen. Ursprünglich waren 100.000 Euro an Eigenleistung veranschlagt. Die Gesamtbaukosten werden auf etwa 434.600 Euro beziffert, weitere 100.000 Euro werden als Zuschuss vom Amt für Ländliche Entwicklung erwartet. Die Sanierungsarbeiten teilen sich in drei Bereiche auf: Unter dem Dach der Alten Schule befinden sich zwei große Säle im Erdgeschoss, eine Wohnung mit etwa 100qm im ersten Obergeschoss, sowie Räumlichkeiten für die örtliche Feuerwehr.
 
Bautechniker Thomas Pröstler skizzierte die einzelnen Gewerke, die im Rahmen der Restaurierung anfallen, darunter Abbrucharbeiten, Trockenbau, Fliesenlegerarbeiten, Bodenbeläge, Maler- und Tapezierarbeiten. Die größte Kostenposition fällt durch die Außenputzarbeiten an: Putz, Anstrich, Gerüst und Natursteinsanierung summieren sich auf über 72.000 Euro. Die Holzpelletsheizung fällt mit weiteren 65.000 Euro zu buche und soll ökologische und betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte Rechnung tragen.
 
In der jüngsten Sitzung haben sich die Gemeinderäte nun mit der Außengestaltung befasst: Ein markanter Punkt wird der barrierefreie Zugang, der mittels einer Rampenlösung geschaffen werden soll. Zwar wäre ein Hublift deutlich günstiger zu realisieren, trotzdem sahen die Gemeinderäte in der Rampe eine praktikablere Lösung, außerdem würden Wartungskosten gespart. Damit entspricht der Gemeinderat auch dem Wunsch der Teilnehmergemeinschaft in Hausen. Um die Rampe zu verkürzen, sollen seitens des Architekten Lösungsmöglichkeiten aufgenommen werden, die beispielsweise in der Anhebung und gleichzeitig Begradigung des abschüssigen Platzes liegen. Zugleich könnte auch das Niveau des Eingangsbereichs der Alten Schule Erhöht werden, da es die Decken- und Türhöhe zulassen würde. Die barrierefreie Zuwegung ist mit einer Steigung von 6% vorgesehen und trägt den Anforderungen eines öffentlichen Gebäudes Rechnung. Insgesamt wird die Platz- und Umgriffgestaltung auf 206.764,70 Euro beziffert.
 
Wie Bürgermeister Stefan Rottmann berichtet, hat der Gemeinderat auch den Startschuss für die Sanierung der Wohnung im Obergeschoss gegeben, die in gemeindlicher Regie in Zusammenarbeit mit einem neuen Mieter angeschoben werden soll. Damit verringert sich die Eigenleistung der Vereine um 8.500 Euro auf dann 91.500 Euro. Weitere Gewerke wurden schon vergeben: Ziel ist es, die Wohnung bis September beziehbar zu machen. Im Zusammenhang mit der Sanierung des Hausener Kindergartens wurde ein Gespräch mit dem Amt für Ländliche Entwicklung in Würzburg geführt. Die Alte Schule könnte als mögliches Ausweichdomizil während der Bauarbeiten im Kindergarten herhalten, so die Überlegungen. Allerdings würden für die Dauer der Kindergartennutzung erhebliche Zuschüsse an das Amt zurückbezahlt werden, da die Zweckbestimmung als „Dorfgemeinschaftshaus“ für die ersten 12 Jahre nachgewiesen werden müssten, heißt es vom Amt für Ländliche Entwicklung.


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