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16.11.2020

Schonungen weitet Obstbaumbestände aus

Renaturierung und Probierbäume in der Flur

Nicht selten ist es bequemer das Obst gleich beim Discounter um die Ecke zu kaufen, obwohl die Ware den Etiketten zur Folge oft aus Plantagen südlicher Gefilde herbeigekarrt werden müssen. Die Wenigsten kennen die vielen heimischen Apfel- und Birnensorten, bei der sich die Frucht teilweise geschmacklich und optisch stark voneinander unterscheiden. Alle Jahre präsentierte die Hausener Streuobstinitiative daher im Rahmen ihres „Öpflfests“ im Biergarten der Brauerei Uli Martin die reiche und vielfältige Ernte. Aber auch andernorts in Schonungens Gemeindeteilen wurden bisher traditionelle Erntedankfeste gepflegt.

Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit Zuhause im heimischen Garten mehrere Obstbäume zu pflanzen. Schonungen als flächengrößte Gemeinde bietet dagegen reichlich Platz und ist prädestiniert für so genannte „Probierbäume“, die es dann schon im kommenden Jahr geben soll. Mit entsprechend einheitlichen „Banderolen“ sollen die gemeindlichen Obstbäume markiert werden, sodass hier das Pflücken oder auch das Verwerten von Fallobst in haushaltsüblichen Mengen ausdrücklich erwünscht ist.

Dabei bietet die Flurbereinigung eine einzigartige Chance: Eine ganze Allee aus verschiedensten Birnen- und Apfelbäumen wurde dort auf der Hausener Anhöhe neu gepflanzt. Ausgefallene Sorten wie die „rote Sternrenette“, der „Hauxapfel“, die „Kirchensaller Mostbirne“ oder der „Eiserapfel“ verschönern nun die Landschaft und laden künftig zum Probieren ein. Die sonnige Lage verspricht eine gute und reichliche Ernte.

Mehrere Millionen Euro sind in den letzten Jahren dort in die Flur mit teils beträchtlichen Zuschüssen des Amtes für Ländliche Entwicklung investiert worden. Die Wege wurden aufwendig instandgesetzt, Gräben sowie Rückhaltebecken gebaut und Grundstücksgrenzen neu gezogen. So soll die Bewirtschaftung der Ackerflächen erleichtert und die Zufahrt mit großem Landwirtschaftlichem Gerät auch in steilem Gelände ermöglicht werden. Vor allem sollen mit den Maßnahmen aber auch hier den zunehmenden Starkregenereignissen Rechnung getragen werden.

Aktuell finden umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen statt, wie Bürgermeister Stefan Rottmann berichtet. Hecken und Büsche werden als Rückzugsort bzw. Zufluchtsort für Tiere gepflanzt. Mit Zäunen sollen die jungen Triebe zunächst geschützt werden, die dann in ein paar Jahren zu einer dichten Hecke heranwachsen sollen. Damit wird das Landschaftsbild unheimlich aufgewertet und eine naturnahe und ökologischere Landwirtschaft ermöglicht, freut sich Bürgermeister Stefan Rottmann und lobt damit auch ausdrücklich die Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung mit ihrem zuständigen Mitarbeiter Hubert Schrauth.

Die Gemeinde stellt hier beachtliche Flächen bereit, um der Natur auf die Sprünge zu helfen bzw. der Natur mehr Raum zu geben. Die Flurbereinigung in Hausen hat tatsächlich Vorbildcharakter und wurde bereits von verschiedensten Delegationen des Amtes für Ländliche Entwicklung besichtigt. Nur Wenige wissen, dass die Gemeinde auch in Hausen freiwillig eine der größten Waldabteilung aus der Bewirtschaftung genommen hat und hier ein ökologisches Modellprojekt gestartet hat. Eine nachhaltige und eine ökologisch verträgliche Forstwirtschaft ist den Gemeindeverantwortlichen ein wichtiges Anliegen. 



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