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31.07.2013

Das Foto zeigt von links: Forstwirt Thomas Helmschrott, Kämmerin Andrea Pfrang, Bürgermeister Stefan Rottmann, Abteilungsleiter Stephan Thierfelder und Revierförster Rainer Seufert.
Das Foto zeigt von links: Forstwirt Thomas Helmschrott, Kämmerin Andrea Pfrang, Bürgermeister Stefan Rottmann, Abteilungsleiter Stephan Thierfelder und Revierförster Rainer Seufert.
Den Wald sich selbst überlassen
Gemeindliche Waldreservate als Rückzugsgebiet für seltene Baumbestände
 
Jahrhunderte wird es noch dauern, bis Teile der Forstabteilungen Heckenschlag, Diebachsgraben oder Klingenholz sich tatsächlich zum Urwald entwickeln. Den ersten Schritt hat die Großgemeinde Schonungen bereits vor Jahren getan: Insgesamt 20 Hektar Waldflächen wurden als Naturwaldreservate oder als ökologisch wertvolle Flächen ausgewiesen und aus der Bewirtschaftung herausgenommen. Bei insgesamt 1.239 Hektar Wald- und Forstfläche erscheint das Gebiet fast vernachlässigbar, tatsächlich verzichtet die Großgemeinde zu Gunsten des Naturschutz freiwillig auf erhebliche Erträge.
 
„Der Wald soll sich selbst überlassen werden!“, sagt Stephan Thierfelder vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten. Damit entsteht ein wichtiges Rückzugsgebiet für Tier- und Baumvielfalt. Wer ein geschultes Auge hat, kann sie erkennen: Die verzweigten, oft krumm gewachsenen Laub- und Nadelbäume, Totholz oder absterbende Bäume, Jungbestände und der offensichtliche Verbiss von Wildtieren. Gerade dort entwickelt sich leben: „Spechte und andere Vögel lieben die ausgehöhlten Bäume!“ Auch Pilze und andere Pflanzenarten lieben das morsche Holz.
 
Ein Blick in das ökologische Gesamtkonzept der Großgemeinde Schonungen verrät, was es mit den Waldreservaten auf sich hat. Gerade der Erhalt von Alt- und Biotopbäumen steht im Vordergrund, auch die Anreicherung von stehendem und liegenden Totholz. Durch Biotopvernetzungen und so genannten Trittsteinen sollen seltene Baumarten wie Wildbirne, Wildapfel, Speierling und Elsbeere den Waldbestand weiter durchmischen.
 
Doch entscheidend ist der Lichteinfall, ob Bäume gedeihen und wachsen. So schlimm Naturkatastrophen wie schwere Stürme und Orkanböhen sind, sie setzen bestehenden Bäumen schwer zu und schlagen oftmals auch eine Schneise der Verwüstung in den Wald. „Dann ist die Chance für neue Triebe gekommen!“, sagt Revierförster Reiner Seufert. Bei einem Waldbegang machte sich Bürgermeister Stefan Rottmann gemeinsam mit Kämmerin Andrea Pfrang selbst ein Bild vom Erfolg der bestehenden Waldreservate.
 
Forstwirt Thomas Helmschrott deutet auf einen Wildwuchs mit Brombeersträuchern: „Dort wo einst eine mächtige Buche stand, entsteht wieder neues Leben, neue Triebe und Jungbestand!“, sagt er. Noch sei aber nicht abzusehen, wer den Kampf um das Sonnenlicht gewinnt.
 
Ein besonderes Highlight erwartet den Forstkennern und Waldliebhabern im Gemeindewaldteil „Eichelsee“ nahe Löffelsterz: Alte und starke tiefbeastete Hutewaldeichen, wuchtige Mittelwald-Buchen und Eichen, aber vor allem der hochmoorartige „Eichelsee“ sind von hohem ökologischem Wert.
 
Bürgermeister Stefan Rottmann zeigt sich stolz, dass die Gemeinde eine Vorreiterrolle in Sachen Naturschutz einnimmt und im Gemeindegebiet ein weit verzweigtes Öko-Netz aufgebaut hat. Die entsprechenden Flächen, die für gemeindeeigene Waldreservate vorgehalten werden sind aber auch oftmals aufgrund ihrer Topographie schwer zu bewirtschaften oder bieten qualitativ minderwertige Baumbestände.
 
 
Wer selbst einen Blick in die Wälder der Großgemeinde Schonungen wagen will, ist zu einer Waldexkursion herzlich eingeladen, sagt Rottmann. Die „mobile Bürgerversammlung“ findet am Samstag, den 31.08.2013 ab 13:00 Uhr statt. Die öffentliche Waldexkursion ist für die Bürgerinnen und Bürger kostenfrei.
 
Gemeinde und Vertreter des Amtes für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten stellen sich den Fragen und Anliegen der Bürger zu Themen rund um den Gemeindewald und zur Waldbewirtschaftung. Die Informationsveranstaltung wird ca. 4 – 5 Stunden in Anspruch nehmen. Der Einsatz eines oder mehrerer Busse ist vorgesehen.
 
Der Ablauf ist folgendermaßen geplant: Treffpunkt um 12:45 Uhr in Waldsachsen am Forstbetriebsgebäude, Abfahrt mit dem Bus in die Waldabteilung Röthen um 13:00 Uhr in Waldsachsen. Danach findet eine Waldwanderung mit verschiedenen informativen Stopps an mehreren Stationen statt. Für die Waldexkursion ist ein gutes Schuhwerk sehr wichtig, denn die Gruppe wird auch abseits der Wege laufen. Zudem werden die Rückegassen sowie die verschiedenen Baumarten und die Verjüngungsnutzung besichtigt. Anschließend fährt der Bus Richtung Waldabteilung Schwarzland. Hier gibt es einen kleinen Rundgang zum Thema „Fichte im Klimawandel und seine Alternativen“.
 
Falls es die Zeit noch erlaubt, ist ein Ausflug zum Steinbruch in Hausen geplant, der sonst nicht zugänglich ist. Hier hat sich die Natur entwickelt: Steilhänge und ein kristallklarer „Bergsee“ bieten den Besuchern ein beeindruckendes Panorama. Gegen 17:00 / 17:30 Uhr soll die öffentliche Waldexkursion mit einem kleinen Imbiss im Forstbetriebsgebäude ausklingeln.
 
Für den geplanten Einsatz eines oder mehrerer Busse ist eine Voranmeldung im Rathaus in Schonungen bei Frau Beate Wolker, Tel. 09721/7570 - 214 erforderlich. Die Anmeldungen für den Bus werden in der Reihenfolge des Eingangs berücksichtigt.
 


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