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07.08.2013

Der Moment des Durchbruchs
Der Moment des Durchbruchs

Steinach-Durchbruch geglückt

Herzstück der über 4 Mio. teuren Städtebauliche Neurodnung

„Wie ein großer ausgetrockneter Gletscher“, so mutet der noch trockene Bachlauf der „Steinach“ an, verglich Bürgermeister Stefan Rottmann. Doch wenige Baggerschaufeln später sollte das Schonunger Flüsschen sein neues Refugium beziehen. Angesichts der sengenden Hitze und der gewaltigen Erdmassen hatten Bürgermeister und Landrat Florian Töpper schon im Vorfeld auf den obligatorischen Spatenstich dankend verzichtet.

Doch beide bemühten sich die Symbolik des Steinachdurchbruchs in den Mittelpunkt zu stellen: Genau ein Jahr dauern die Bauarbeiten an der Sattler-Altlast nun an. „Wir müssen 2015 fertig sein!“, erinnert Rottmann an bevorstehende, anstrengende Bauphasen, auslaufende Fördergelder aber auch sich abzeichnende Perspektiven für Schonungen. Insgesamt vier Millionen Euro aus Europäischen Fördertöpfen (EFRE) stehen bereit: „Wir schaffen ein komplett neues Wohnquartier mit ausgezeichneter Lebensqualität!“, ist sich der Bürgermeister sicher und spricht von der größten Baustelle des Landkreises. Das Dürr-Gelände, die Sattlerwiese und das Richter-Areal bieten Platz für Weiterentwicklungsmögichkeiten im Herzen Schonungens: Bauprojekte wie ein Pflegeheim sollen dort entstehen.

 

Allen Anwesenden war die Freude anzumerken, dass mit der Bachverlegung nun ein weiterer Meilenstein genommen wurde: Das etwa 600.000 Euro teure Projekt gilt als Herzstück der Städtebaulichen Neuordnung. „Nichts soll so sein, wie es einmal war!“, kündigte Bürgermeister Stefan Rottmann an und erklärte in seiner Ansprache die Grundzüge der Städtebaulichen Sanierung. Gemeinsam mit Architekt Artur Metz und einer vorbildlichen Bürgerbeteiligung ist eine viel versprechende Planung für das etwa 12 Hektar große Areal entstanden, sogar ein modernes Nahwärmenetz soll entstehen. Mehr Grünflächen, Parkplätze, Radwege, neue Straßenführungen, parkähnliche Anlagen und mittendrin die ‚neue’ Steinach mit ihren erlebbaren Uferzonen sind vorgesehen.

Auf etwa 250 Metern wandert der Bach an die östliche Bergkante, damit werden mehrere Ziele erreicht. Der wohl gewichtigste Grund ist die Schaffung eines freien Baufeldes für den zweiten Bauabschnitt. Unter dem bisherigen Bachlauf werden ebenfalls großflächige Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, außerdem wird durch die Ausdehnung der nun asphaltierten Sattler-Wiese eine wichtige Logistikfläche für die kommenden zwei Jahren der Bauzeit geschaffen.

Andererseits wird mit der Bachverlegung der Hochwasserschutz für anliegende Grundstücke durch Aufweitung des Gewässerbetts verbessert, gleichzeitig werden naturnahe Neugestaltungen des Steinachverlaufs mit Schaffung natürlicher Rückzugsflächen für Fische und Krebstiere gewährleistet. Das bisher bestehende Wehr wird abgebrochen, sodass ein durchgängiges Fischgewässer entsteht.

Bei der Bauausführung wurde auf eine abwechslungsreiche, unregelmäßige Uferlinie mit Prall und Gleitufern, unterschiedlichen Böschungsneigungen, Flach- und Tiefwasserzonen sowie einer unterschiedlich breiten Sohle mit Niedrigwassergerinne geachtet. In den kommenden Wochen soll die Bepflanzung der Uferbereiche noch erfolgen. Die Bilanz der Bauarbeiten kann sich sehen lassen: Alleine 10.400 Tonnen Aushub mussten mit dem neuen Bachbett bewältigt werden. 1.600 Tonnen Sohlsubstrat und 2.500 Tonnen Gewässerbausteine wurden verbaut.

Für Landrat Florian Töpper war der Steinachdurchbruch willkommener Anlass um allen Bauarbeitern für ihre hervorragende Arbeit zu danken. Auch benachbarte Anwohner und die Bürgervertretung SuB waren geladen und konnten sich vom Ergebnis überzeugen. Es sei ein Projekt, dass alle Beteiligten fordere, aber für Schonungen beste Zukunftschancen biete, so Töpper. Gleichzeitig warb er bei der Bevölkerung, insbesondere bei den direkten Anwohner für Unannehmlichkeiten für Verständnis.

Gut eine halbe Stunde dauert es, bis die „Steinach“ das neue Bachbett erobert und sich unterhalb im Bereich der neuen Fahrradwegbrücke an der Lebenshilfe wieder in ihr ursprüngliches Bett ergoss. Viele Schaulustige folgten dem Wasserstrom: Anschließend gab es Bratwürste, Limo und Bier. Zu guter letzt kümmerte sich am Dienstagnachmittag ein Angler-Trupp um gestrandete Tiere wie Fische, Krebse und Muscheln.

 

 



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