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02.11.2013

Das Foto zeigt von links Bürgermeister Friedel Heckenlauer (Stadtlauringen), Bürgermeister Anton Bauernschubert (Thundorf), Bürgermeisterin Birgit Göbhardt (Üchtelhausen), dahinter Gerald Kolb (Amt für ländliche Entwicklung), Bürgermeister Stefan Rottmann (Schonungen) und Bürgermeister Johannes Wegner (Maßbach)
Das Foto zeigt von links Bürgermeister Friedel Heckenlauer (Stadtlauringen), Bürgermeister Anton Bauernschubert (Thundorf), Bürgermeisterin Birgit Göbhardt (Üchtelhausen), dahinter Gerald Kolb (Amt für ländliche Entwicklung), Bürgermeister Stefan Rottmann (Schonungen) und Bürgermeister Johannes Wegner (Maßbach)

Neues Förderprogramm soll Leerstände und Baulücken beleben

Ortskerne in der Großgemeinde Schonungen stärken

Oftmals braucht es nur einen Anreiz oder einen kleinen Anstoß, damit sich junge Menschen für ein altes Gebäude im Ortskern entscheiden und dort sesshaft werden. Auch ein Abriss mit anschließendem Neubau an gleicher Stelle oder die Belebung von Baulücken tun der Innenentwicklung gut. Gegen die Verödung der Ortskerne gibt es sicher die unterschiedlichsten Rezepte: Eines wurde nun im Schweinfurter Oberland mit einem kommunalen Förderprogramm auf den Weg gebracht. Das Grundgerüst des Zuschussmodells ist in allen fünf Mitgliedsgemeinden gleich, nur die Fördersummen können variieren.

Angesichts des demografischen Wandels, dem daraus resultierenden dramatischen Rückgang der Geburtenrate und der schleichenden Überalterung wird es zukünftig zwangsläufig zu mehr Leerständen in allen Ortsteilen kommen. Durch den Abzug der Amerikanischen Streitkräfte im benachbarten Schweinfurt wird es vermutlich ein Überangebot an Wohnungen in der Region geben, was ebenfalls zu lasten des ländlichen Raums, bzw. der Stadtrandgemeinden geht, vermutet Bürgermeister Stefan Rottmann. Deutlich mehr Immobilienangebot und gleichzeitig weniger Nachfrage geht automatisch zu lasten der Immobilienpreise, was für viele Haus- und Grundstückseigentümer in der Gemeinde ein herber Schlag wäre. Ein Grund, warum Rottmann den Immobilienmarkt in der Großgemeinde jetzt in Bewegung versetzen möchte. Mehr Anwohner bedeutet schließlich, dass sich die Kosten für die Infrastruktur (Kanal, Straßen, Feuerwehr, Grünpflege, Winterdienst, etc…) auch auf mehr Schultern verteilen. Mehr Steuerkraft und mehr Kaufkraft kommt allen zu gute.  

Gerade die Ortskerne sind die Visitenkarten der Gemeinde, deshalb soll das Ortsbild im Auge behalten und der Verfall von Privathäusern durch Anreize verhindert werden. So oder so ist die eigen genutzte Wohnimmobilie die wertbeständigste Anlage und Altersvorsorge die es gibt. Bürgermeister Stefan Rottmann setzt auf einen 25-Punkte-Plan, der mit einfallsreichen Maßnahmen Abwanderung und Verödung verhindern und die Entwicklung der Ortskerne positiv beeinflussen soll. Zusätzlich bieten günstige KFW-Darlehen, geförderte LABO-Darlehen für Familien, aber auch beachtliche Dorferneuerungszuschüsse bzw. Städtebaumittel gute Voraussetzungen, um sich sein eigenes Zuhause in der Großgemeinde zu schaffen. Ein neues kommunales Förderprogramm, das im Schweinfurter Oberland besiegelt wurde, soll nun gezielt Leerstände und Baulücken in den Ortskernen beleben.

Und so funktioniert’s: Werden Investitionen an Privatimmobilien von mindestens 20.000 Euro getätigt und liegt das Haus im definierten Ortskernbereich, so besteht die Chance auf Förderung. Der gemeindliche Bauausschuss hat eigens hierfür sämtliche Ortsteile sowie Weiler mit ihren Ortskernen und alter Bausubstanz unter die Lupe genommen und die Fördergebiete bestimmt. Allerdings muss das Haus mindestens 12 Monate ungenutzt sein und vor mehr als 50 Jahren errichtet worden sein (entsprechend der Fertigstellungsanzeige). Antragsberechtigt ist jede natürliche und juristische Person, die im Geltungsbereich Eigentümer eines förderfährigen Anwesens ist, heißt es im Förderprogramm. Förderfähig ist die Bausubstanz von Gebäuden, die bisher zu Wohnzwecken, zu Gewerbezwecken oder sonstigen Zwecken (z.B. landwirtschaftliche Nutzung) genutzt wurden und die einer neuen Wohn-, Gewerbe- oder sonstigen Nutzung zugeführt werden. Soweit Gebäude abgebrochen und dafür Ersatzgebäude errichtet werden, so ist der Neubau auch förderfähig, gleiches gilt auch für Baulücken im Fördergebiet. Der Maximalförderbetrag wurde für die Großgemeinde Schonungen auf 7.500 Euro festgelegt, hinzu kommt ein Kinderbonus von 2,5 % auf die Investitionssumme, maximal aber 7.500 Euro Zulage. So ergibt sich eine maximale Förderung von 15.000 Euro je Privatanwesen.

Auskunft über die abgegrenzten Fördergebiete, aber auch über die genauen Festsetzungen des neuen Förderprogramms können im gemeindlichen Bauamt eingesehen bzw. angefordert werden. Wichtig ist allerdings, dass der Förderantrag noch vor Beginn der Investition zu stellen ist. Sofern allerdings keine Haushaltsmittel bereitgestellt werde können, besteht kein Anspruch auf Förderung. Gegebenenfalls kann die vorzeitige Baufreigabe erfolgen und die Bewilligung im nächsten Haushaltsjahr erteilt werden, teilt die Gemeindeverwaltung mit.

 



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