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13.11.2013

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Alte Schule soll Dorfgemeinschaftshaus werden

Gemeinderat spricht sich für den Erhalt der Alten Schule in Waldsachsen aus

Jetzt ist sie endlich da: Die Entscheidung auf die Befürworter und Skeptiker rund um die Alte Schule Waldsachsen gewartet hat. Viele Beschlüsse wurden im Gemeinderat in den letzten Jahren bereits gefasst: Der Verkauf für den symbolischen Euro, der Abriss, die Übertragung an einem Verein mit einem zinsgünstigen Darlehen und nun der Erhalt. Wann eine Sanierung stattfinden kann, blieb angesichts der angespannten Haushaltslage und den fehlenden Personalkapazitäten völlig offen.

Rückblick: Im Hinblick auf die bald endende Dorferneuerung (Abschluss Ende 2013) lud Bürgermeister Stefan Rottmann im September 2012 ins Rathaus Vereine und interessierte Bürgerinnen und Bürger ein, um über das Schicksal der Alten Schule zu sprechen. Anhand einer Präsentation erinnerte er an die Geschichte, bisherige Nutzung, aber auch an die Schäden und energetische Maßnahmen, die vorgenommen werden müssten. Auch Möglichkeiten einer sinnvollen Platzgestaltung brachte Rottmann vor. Der einhellige Tenor der Versammlung war damals, das Gebäude in jedem Fall zu halten.

Da die Gemeinde einen Grundsatzbeschluss gefasst hatte, nur eine Immobilie pro Ortsteil im Eigentum zu behalten und zu bewirtschaften, war klar, dass sich so oder so ein neuer Eigentümer finden muss. Das Gebäude soll in die Obhut eines neu zu gründenden Vereins gelegt werden, sodass die Gemeinde aus der Verantwortung kommt. Für die Platzgestaltung waren 75.000 Euro vorgesehen, die der Gemeinderat nun zur Disposition stellte. Das Geld könnte ebenso in die Sanierung des Gebäudes gesteckt werden, weitere 75.000 Euro schießt das Amt für Ländliche Entwicklung hinzu, wenn das Gebäude als Dorfgemeinschaftshaus geführt wird.

Im November vergangenen Jahres kam die entscheidende Wende im Zusammenhang mit der Alten Schule Waldsachsen. Das Amt für Ländliche Entwicklung stellt eine „Einfache Dorferneuerung“ in Aussicht, sodass weder eine Platzgestaltung noch eine Sanierung des Gebäudes bis Ende 2013 abgeschlossen sein muss. Das umfassende Dorferneuerungsprogramm, das für Waldsachsen noch bindend ist, könnte mit der Herausgabe der Ortschronik nun seinen Abschluss finden. Da die umfassende Dorferneuerung bei den zuständigen Behörden ein großer Verwaltungsakt sei, viel Personal bindet und mit Reichmannshausen schon neue Ortsteile aufgenommen wurden, drängte man seitens des Amt für Ländliche Entwicklung auf eine Beendigung des Zuschussprogramms und Einhaltung des Zeitplans.  

Der Gemeinderat stimmte dem „Einfachen Dorferneuerungsverfahren“ schließlich zu, um Zeit zu gewinnen und könnte sich gleichzeitig vorstellen, das Gebäude einem neuen Verein zu übertragen. Ein Gespräch mit dem zuständigen Leiter des Amts für Ländliche Entwicklung, Peter Kraus in Würzburg mit Bürgermeister und Verwaltung, zeigte aber  auch im Vorfeld der Entscheidung, dass sich durch die Änderung des DE-Programms die Fördervoraussetzungen in einigen Punkten deutlich ändern. Beispielsweise könnten Zuschussanträge und Ausschreibungen nur über die Gemeinde durchgeführt werden, nicht aber über einen Verein. Auch die notarielle Vereinbarungen müssen geprüft werden: Schließlich muss das Gebäude während der Sanierungsphase noch im Eigentum der Gemeinde verbleiben. Insgesamt 12 Jahre müsse die Nutzung des Alten Schulgebäudes als Dorfgemeinschaftshaus gewährleistet sein, um die Zweckbestimmungen einzuhalten und keine Rückzahlung der Zuschüsse zu riskieren.

Schließlich galt es im Gemeinderat abzuwägen, ob unter den neuen Vorzeichen eines „Einfachen Dorferneuerungsverfahrens“ die Alte Schule erhalten bleiben soll und ob eine Übertragung des Gebäudes auf einen Verein in Frage kommt. Gunther Barthel als Sprecher der Aktionsgruppe Alte Schule Waldsachsen zeigte in seiner Präsentation im Gemeinderat auf, warum das Gebäude für die insgesamt 12 Waldsachsener Vereine und der Dorfjugend von hoher Bedeutung ist. Das Haus wird zurzeit für Theateraufführungen, beim Pfarrfest, für Seniorennachmittage oder bei Ehrenabenden der Vereine genutzt. Auch Vertreter der Vereine kamen zu Wort und argumentierten für den Erhalt der Alten Schule Waldsachsen. Feste Zusagen für eine Beteiligung an den Unterhaltskosten des Gebäudes nach der Sanierung hätten die Musikkapelle und die Pfarrgemeinde bereits gemacht, hieß es. Laut Barthel gibt es schon genaue Überlegungen, welche Gewerke und welche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Mit einer Fotomontage zeigte Gunther Barthel am Ende seines Vortrags, wie das Alte Schulhaus wieder zu neuem Glanz verholfen werden kann. Eine Vorstandschaft habe sich bereits zusammengefunden. Sollte sich der Verein wider erwarten auflösen, wird notariell ausgeschlossen, dass das Gebäude wieder der Gemeinde zufällt, hieß es von der Aktionsgruppe. Der Vortrag überzeugte die anwesenden Gemeinderäte. Im Anschluss an einer Fragerunde endete das Abstimmungsergebnis schließlich 12:5 pro Erhalt der Alten Schule.

Bürgermeister Stefan Rottmann lobte den engagierten Vortrag der Waldsachsener Aktionsgruppe. Er zweifelte allerdings an der zeitnahen Abwicklung und Machbarkeit des Projekts seitens der Gemeinde: Man schiebe unzählige Projekte vor sich her, ohne diese zum Abschluss zu bringen, davon viele Großprojekte, die die Gemeinde gerade in den nächsten drei Jahren fordern werden. Die Arbeitsbelastung für die Kolleginnen und Kollegen in der Projektarbeit im Bauamt und der Bautechnik sei immens hoch, ganz zu schweigen von der finanziellen Not der Gemeinde. Aus dieser Verantwortung heraus, könne sich Rottmann als Chef der Verwaltung nicht für ein weiteres zusätzliche Projekt aussprechen. Wann mit den Sanierungsmaßnahmen gestartet werden kann, wie viele Jahre es noch braucht, bis der Startschuss fällt und wer das Projekt als Bautechniker seitens der Gemeinde betreut, ist noch unklar. „Ich werde mich im Sinne des Beschluss für den Erhalt der Schule einsetzen!“, versicherte Bürgermeister Stefan Rottmann und freute sich auf die Zusammenarbeit mit der Aktionsgruppe. Trotz der ungewissen Zeitschiene ist aber schon heute klar, die Alte Schule kann weiterhin wie üblich, mit oder ohne Sanierung genutzt werden.

 



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